Geschichte

Der Begriff Dialog kann zurückgeführt werden auf die griechische Bedeutung des Wortes: "dia" bedeutet (durch), "logos" (Wortbedeutung, Wortsinn), zusammengesetzt "durch das Wort; durch die Bedeutung".

Das klassische Griechenland

Die Bürger des alten Athens kamen auf der Agora (Marktplatz) zusammen und unterhielten sich den ganzen Tag, sie lösten scheinbar keine Probleme, sie suchten keine Kompromisse, sie suchten keinen Konsens, sie wählten nicht. Sie redeten, bis etwas entstand, das als gemeinsame Übereinkunft verstanden wurde, die sich allmählich aus ihren verschiedenen Anschauungen entwickelte. Auf dieser Grundlage hielten sie ihre ursprüngliche Demokratie lebendig.

Indigene Völker

Von den amerikanischen Indianern kennen wir die „Council-Round“ oder Stammesratssitzung. In diesen Dialogsitzungen wird ein Redestab verwendet, der weitergegeben wird, um anzuzeigen, wer gerade das Wort hat. Das verhindert, dass dazwischengeredet wird, es würdigt die Redebeiträge und fördert Respekt für die Person, die den Stab hält.
Ähnliches kann auch aus Afrika berichtet werden.
Daraus wird ersichtlich, dass der Dialog nicht eine neue Managementmethode ist, die zur Zeit gerade en vogue ist, sondern ein altes Bedürfnis der Menschen, im Gespräch Lösungen zu finden.

Dialog in der heutigen Zeit


Zwei Persönlichkeiten seien hier kurz erwähnt, die uns den Dialog in unserer Zeit wieder bewusst gemacht haben:

Martin Buber (1878 — 1965)
Er lehrte jüdische Religionswissenschaft und jüdische Ethik an der Universität in Frankfurt, bevor er 1938 nach Palästina auswanderte.

„Der Mensch wird am Du zum Ich.“

David Bohm (1917 — 1992)
David Bohm, der als Quantenphysiker zuletzt am Birkbeck College der Universität London arbeitete und der mehrere Standardwerke der Quantentheorie verfasste, wurde durch seine Arbeit in der modernen Physik zur Weiterentwicklung des Dialogs angeregt.
„Und wenn wir in der Lage sind, alle Ansichten gleichermassen zu betrachten, werden wir vielleicht fähig, uns auf kreative Weise in eine neue Richtung zu bewegen."

Heute befassen sich verschiedene Institutionen mit der Schulung des Dialogs in Firmen, der Politik oder im Sozialen:

Europeen Network Dialog Process Facilitators
Deutsches Institut für Dialog Prozessbegleitung
Society of Organizational Learning SOL (Institut am MIT)
Berkana Istitut
Dialogos

Heidemarie Wünsche
Martina Hartkemeyer
Peter Senge
Margaret Wheatley
William Isaacs